24 Stunden Feuerwehrdienst der Jugendgruppe

Geschrieben von Thomas Werthner am .

Titelbild

Am 23. Juni 2018 hieß es Antreten zum 24 Stunden Feuerwehrdienst der Jugendgruppe der Feuerwehr Altensittenbach. Pünktlich um 10 Uhr standen die zehn Jungs und Mädels bereit, um einen kompletten Tag in ihrer Feuerwehr zu genießen.

Alle zwei Jahre haben die Jugendlichen die Möglichkeit einen Tag im Leben eines Berufsfeuerwehrmanns nach zu erleben. Hierbei wird zusammen gekocht, Übungen abgehalten und die frei Zeit gemeinsam genossen. Dies wird immer wieder von nachgestellten Einsätzen unterbrochen. Ein umfassender, spannender und auch lustiger Tag eines Feuerwehrmannes.

Zu Beginn wurde der Schulungsraum für den Dienst vorbereitet und in ein Nachtlager verwandelt. Nachdem alle Feldbetten und Schlafsäcke ihren Platz gefunden haben, traten alle vor dem Wachleiter an und es erfolgt die Vorstellung des Dienstplanes und die Einteilung auf die zwei Fahrzeuge. Als besonders schöne Geste konnte unsere Jugendsprecherin unserem Gerätewart Martin Volk im Namen der Jugendgruppe alles Gute zum Geburtstag wünschen und ein kleines Geschenk überreichen. Trotz seines Ehrentages ließ er es sich nicht nehmen aktiv am 24 Stunden Tag als Fahrer unseres HLFs teilzunehmen.

Zu Beginn erfolgt eine Übung mit einem Schaumtrainer. Dies ist eine Miniaturausgabe eines Schaumrohres samt Pumpe, welche die Möglichkeit bietet in kleineren Dimensionen den Einsatz eines Schaumrohres realitätsnah zu üben. Alle Teilnehmer konnten mit einem Schwer- und einem Mittelschaumrohr einen Benzinbrand ablöschen.

Es waren noch nicht alle Übungsgerätschaften weggeräumt, da ertönte zum ersten Mal der Alarmgong: Umgestürzter Baum über der Fahrbahn zwischen Kühnhofen und der Abzweigung nach Kleedorf. Es wurde alles stehen und liegen gelassen und die Fahrzeuge fuhren die Einsatzstelle an. Bei ihrem ersten Einsatz konnten die Jugendlichen nach anfänglicher Nervosität zeigen, was sie bisher gelernt haben. Die Einsatzstelle wurde abgesichert, die Straße für den Verkehr gesperrt und mit zwei Handsägen in schweißtreibender Arbeit der Baum zerteilt und von der Straße getragen. Zurück am Gerätehaus wurde sogleich mit den Vorbereitungen zum Mittagessen begonnen. Salat machen, Hackfleischsoße und Nudeln kochen, Biergarnituren aufbauen und Tischdecken. Hand in Hand halfen alle zusammen.

Frisch gestärkt folgte eine arbeitsfreie Mittagspause… Bis der Gong ertönte und nach der Alarmmeldung „Zimmerbrand in der Fred-Schäfer-Straße – Ein Person im Gebäude“ alle in die Fahrzeuge stürmten. Jeder war hoch konzentriert und sah bereits auf der Anfahrt wie Rauch aus einem Zimmer aufstieg. In Windeseile machte sich ein Atemschutztrupp bereit, um in dem verrauchten Zimmer nach der Person zu suchen. Parallel wurde ein C-Rohr im Außenangriff vorgenommen und ein Sammelplatz für verletzte Personen errichtet. Das Opfer, in diesem Fall natürlich nur ein Puppe, wurde gerettet und das Feuer gelöscht. Im Anschluss hatte jeder die Möglichkeit nochmals in den verrauchten Brandraum zugehen, um zu erleben wie es ist, sich bei Nullsicht in einem unbekannten Raum zu bewegen.

Nach einer Pause mit Kaffee, Tee und Kuchen mussten die Einsatzkräfte noch einem verunfallten Fahrradfahrer versorgen, einen Mülleimerbrand löschen, bevor es zu einen brennenden Gartenhaus ging. Die Wasserversorgung wurde von einem Unterflurhydranten durch einen Garten zu der freistehenden Hütte verlegt. Mit zwei Strahlrohren konnten die Flammen rasch gelöscht werden. Nach den obligatorischen Nachlöscharbeiten, bei denen mit der Wärmebildkamera letzte Glutnester aufgespürt wurden, war das Abendessen hoch verdient. Bei Leckerem vom Grill wurde die Nachtschicht eingeläutet. Doch nicht nur in Altensittenbach war an diesem Abend Großes geboten, auch im fernen Russland trat die Fußballnationalmannschaft gegen Schweden an. Dies wollte sich keiner entgehen lassen. Nach dem glücklichen, aber am Ende nutzlosen 2:1 Sieg besuchten wir die Vereinskollegen des Sportvereins Altensittenbach, die an diesem Abend ihr traditionelles Sonnwendfeuer abhielten. Hier konnten wir uns am Torwandschießen versuchen und das frisch eingeweihte Beachvolleyballfeld begutachten. Nach der Rückkehr wurde, zumindest für kurze Zeit, das Nachtlager bezogen. Kurz nach der Bettruhe musste noch eine vermisste Person im Wald gesucht und gerettet werden. Nachdem diese letzte Aufgabe für den Tag vollbracht war, konnte jeder müde, aber durchaus zufrieden mit der erbrachten Tagesleistung, ins Bett gehen.

Am nächsten Tag wurde nach dem gemeinsamen Frühstück das Feuerwehrhaus wieder aufgeräumt, das Nachtlager abgebaut, die Gerätschaften und die persönliche Schutzausrüstung geprüft und alles wieder einsatzbereit gemacht. Am Sonntagmorgen um zehn Uhr mussten alle zum letzten Mal antreten. Nach einem kurzen Dankeschön an alle freiwilligen Helfer, Unfallopfern und den Jugendlichen, welche gut mitarbeiteten und mit Fleiß und Spaß ihre ungewohnte Rolle als Berufsfeuerwehrmann ausfüllten, wurde der Wachdienst beendet.

 

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